Eine Gruppe linker Aktivisten hat den Seehausener Forst besetzt. “In Zeiten der globalen Klimakrise ist es nicht tragbar, dass der Staat weiterhin auf zerstörerische Automobil Infrastruktur setzt”, erklären die Linken auf “indymedia”. Die Initiative “Keine A14” kämpft seit spätestens Anfang Februar gegen den Bau der Autobahn durch die Altmark. Zuerst mit politischen Mitteln und Mahnwachen, jetzt offensichtlich mit einer Besetzung, wie beim “Danni” oder dem Hambacher Forst.

Der Ausbau der A14 gilt als wichtiger Schritt zur infrastrukturelle Anbindung der Colbitzer Heide, der Region nördlich von Magdeburg. Für die Aktivisten steht der Umweltschutz im Vordergrund: “wertvolle Wald-, Wiesen-, und Ackerfläche in der wunderschönen Altmark werden verloren gehen”, so im Wortlaut. Der drohende Aufschub macht allerdings auch den Anwohnern und Unternehmern Sorgen, die befürchten, dass durch den politischen Druck der Ausbau der A14 zum Erliegen kommen könnte.

Die Besetzung des Waldes, bislang kann man nur von einigen überzeugten Öko-Kämpfern ausgehen, ist der typische Schritt für linke Aktivisten, die nicht akzeptieren können oder wollen, dass die Bevölkerung andere Interessen hat und auch dazu bereit ist, eine kleine Schneise eines Waldgebietes zu opfern. Bereits beim Danneröder Forts, der wochenlang von linken Aktivisten besetzt wurde, behaupteten die Linken, dass es um eine “Rodung” des Forstes ging. Tatsächlich war die Schneise nur einige dutzend Meter breit, um die Bauarbeiten durchführen zu können.

Derart minimalinvasive Bauarbeiten werden allein aus Kosten-Nutzen-Gründen von Seiten der Autobahnbauer durchgefürt. Es ist schlichtweg zu teuer eine riesige Schneise in den Wald zu schlagen, und weiträumig abzuholzen. Nach Medienangaben geht es um lediglich 20 Hektar Forst – also industriell genutzter, vom Menschen angelegter “Wald”.

Kleiner Protest? Oder Start einer großangelegten Blockade

Auch das Argument des Artenschutzes von linksgrüner Seite ist fraglich: Bislang konnte ein Schaden für die Fauna nicht nachgewiesen werden. Zwar werden möglicherweise verschiedene Tierverbände getrennt werden, doch grüne Tierbrücken verbinden die frisch geteilten Hälften.

Die recht hilflos anmutende Aktion der Handvoll Aktivisten, die sich knapp über dem Erdboden auf einem festgebundenen Plateau verschanzt haben, darf aber nicht zu früh belächelt werden: Sollte der Protest medial Feuer fangen, könnte sich die Besetzung zu einer Größenordnung wie im Danneröder Forst ausweiten und es wären hunderte von Polizisten von Nöten, um den Bau der Autobahn zu sichern. Sollten die Aktivisten die Wirkung auf die Öffentlichkeit verfehlen, wird der Protest im Sande verlaufen und die paar Baumkletterer einfach weggetragen werden. Oder sie gehen von alleine nach Hause.