Bereits im März wurde ein Fall publik, bei dem sich als Polizisten verkleidete Linksextreme Zugang zu der Wohnung eines NPD-Funktionärs verschafft hatten. Anschließend fesselten sie den Mann und verletzten mit einem Hammer seinen Knöchel. Der schauerliche Fall von politischer Selbstjustiz blieb allerdings kein Einzelfall:

In Erfurt haben erneut Linksextreme eine Person aus der Hooligan-Szene in seiner Wohnung überfallen. Nach Angaben des mdr verschafften sich die Täter mit einer Ramme Zugang zur Wohnung des Opfers und ließen den Überfall wie einen Polizeieinsatz aussehen. In der Wohnung fesselten Sie den 25-jährigen Julian F. und seine Freundin. Anschließend brachen sie dem Mann das Bein. “Außerdem sollen die Täter beide Opfer mit einer unbekannten Flüssigkeit übergossen haben”, schreibt der mdr.

Auf einschlägigen linksextremen Seiten existieren bereits detaillierte Steckbriefe über das Opfer. Linksextreme sammelen häufig Informationen, um ihre politischen Feinde einzuschüchtern und private Details zu veröffentlichen. Dass daraufhin aber ein solcher Angriff folgt, ist bislang erst zum zweiten Mal geschehen. Auf “indymedia” findet man zudem kein klassisches Bekennerschreiben zur Tat. Zwar kommentiert der Autor “Kommt ihr zu uns, kommen wir zu euch!”, allerdings ist der Beitrag eher kurz und nicht wie sonst von den seitenlangen, szenetypischen Erörterungen geprägt, die normalerweise die eigene Gewalt rechtfertigen. Sehr wohl wird aber kurz erwähnt, dass F. im Zuge des Angriffes auf das Leipzig-Connewitz vor 5 Jahren verhaftet worden sei und diesbezüglich eine Haftstrafe abgesessen habe. Im Januar 2016 hatten gewaltbereite Rechtsextreme und Hooligans das Szeneviertel angegriffen und randaliert, die linke Szene Leipzigs stand lange unter Schock.

Rache für Connewitz? Das ist bislang Spekulation. In Thüringen wurde bereits eine Sonderermittlungseinheit der Polizei gebildet, die sich mit der Aufklärung der beiden Überfälle beschäftigen soll. In Sachsen hatte man vor fast zwei Jahren bereits mit der Soko LinX eine eigene Polizeieinheit für linksextreme Straftaten dauerhaft eingerichtet.

Im Freistaat Thüringen häufen sich aktuell die Angriffe auf die politische Rechte durch mutmaßlich Linksextreme. Es kam zum wiederholten Mal zu einem Feuer auf rechte Szeneobjekte, zuletzt auf einen Gasthof. Der bekannteste Fall in jüngster Geschichte war der Brandanschlag auf eine Gedenkstätte in Guthmannshausen. Bei keinem Fall konnte die Polizei bislang die Täter ermitteln.