Die stellvertretende Parteivorsitzende der LINKE und Abgeordnete des Bundestages, Martina Renner, hat sich in einer Rede bei der Antifa bedankt. Man habe „gemeinsam die Chance den Rechtsruck zu stoppen“. Man solle denen „den Rücken stärken, die den rechten Vormarsch stoppen. Danke Antifa“.

Damit stellt sich Renner direkt hinter die sogenannte „Antifa“, ein loser Zusammenschluss linksradikaler und linksextremer Akteure, die regelmäßig mit Gewalt gegen Andersdenkende auffallen.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki ruft Renner nach ihrem Vortrag zur Ordnung, nicht wegen des Inhalts der Rede, sondern wegen eines “Stickers“ am Revers der Politikerin. Die AfD hatte im Vorfeld eine Ächtung der Antifa gefordert, Renner hatte sich dazu in ihrer Verteidigungsrede geäußert.

Kubicki macht unmissverständlich klar: „Ich erteile ihr dafür einen Ordnungsruf und behalte mir vor, weitergehende Ordnungsmaßnahmen gegen sie zu verhängen.“

Seitdem der Wagenknecht-Flügel der Linken an politischer Macht eingebüßt hat, übernehmen die LINKEN um Katja Kipping und Bernd Riexinger immer stärker die innerparteiliche Führung, fordern offene Grenzen und Migration, während Wagenknecht davor warnt, konservativ-linke Milieus und traditionelle Linkswähler an die AfD zu verlieren. Die Quittung für die entschiedene Gegnerschaft zu Grenzen und der damit verbundene „Verrat“ an der deutschen Klientel der Linkswähler, erhielt die Nachfolgepartei der SED bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg. Die LINKE musste in beiden Bundesländern historische Verluste verzeichnen.

Die Solidarrede Martina Renners und die darauffolgende Umarmung Kippings haben gezeigt, dass es sich hier um ein weiteres machtpolitisches Signal handelt, auch mit der Antifa, die sich aus Autonomen und Antideutschen rekrutiert, zusammenzuarbeiten. Die Antifa hatte in den vergangenen Monaten und Jahren sich immer stärker gegen Wagenknechts Kurs gestellt, die Kritik gipfelte in einem Tortenwurf auf die damalige LINKEN-Fraktionsvorsitzende. Wagenknecht hat Anfang des Jahres angekündigt, sich aus der Spitzenpolitik zurückzuziehen.

Renner hatte innerparteilich im Januar 2019 deutlich Position bezogen. Sie twitterte über Wagenknecht: „Hier beschwert sich der Hofstaat der Talkshow-Königin in #AfD-Manier über die öffentlich-rechtlichen Sender. Einfach peinlich!”

Die Soldarisierung mit der linksextremen Antifa ist allerdings nichts Neues. Renner trat im Januar 2018 auf einer Veranstaltung der „Antifa-Nordost“ auf und recherchierte zum Thema „Solidarisch gegen Überwachung und Repression“. Die Gruppierung wird im Verfassungsschutzbericht des Landes Berlin genannt.